Konzert für die Quierschder Jugend! Neu: RADIOTRAILER!
26.08.2008, 09:07Neu!!! TRAILER für Radio Salü!!!
Hier runterladen: Trailer Salü

Ihr dürft den Flyer auch gerne runterladen und verbreiten (PDF-File):
Konzert für die Jugend
Zitat der Woche
22.08.2008, 18:10Da denkt man an nichts Böses und ist in Gedanken gerade ganz tief im Lernstoff… und dann aus dem Nichts:
Das Zitat des Tages… nein der Woche… ach was sag ich: DES JAHRES:
“Hoffentlich brennt unser Haus net ab, dann wär alles weg!”
(Kraus, Kirstin: Die Entdeckung der Welt. 2008, SCHlAMASSel Verlag, Dudweiler, Seite 1.)
Bravo Kirstin, eine Erkenntnis, die wohl viele Menschen auf dieser Welt mit dir teilen.
(Anmerkung der Redaktion: Zitat entstand OHNE vorausgegangene Konversation, Brandfall in der Umgebung oder ähnliches!)
Bene: Monsun, Independence Day, Nachtleben
20.08.2008, 15:10Die gute Nachricht gleich vorneweg- meine Haare kommen wieder. Zwei Wochen nach dem Kahlschnitt geht es bergauf.
Die letzten Tage hatte ich die Möglichkeit etwas tiefer einzutauchen. Zum einen hatten wir 3 Tage die Ausläufer einer Zyklons, was Dauerregen der feinsten Sorte bedeutete. So einen Regen habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Vor allem in dieser Intensität. Es hat einfach geschüttet und innerhalb eines halben Tages,verwandelten sich alle Straßen in Flüsse und man konnte nirgendwohin, ohne bis auf die Knochen nass zu werden. Faszinierend wie sich diese kleinen Rischkas da durchgekämpft haben. Trocken bleib man trotzdem auch darin nicht, weil sie offen sind und der Regen von allen Seiten kam. Auch meine Wohnung blieb nicht verschont…
Die andere Art des Eintauchens gelang mir gesellschaftsbezogen. Letztes Wochenende, lud ich 2 der Jungs aus der Firma zu mir ein und wir hatten einen Recht lustigen Abend. Da ja wie gesagt Monsun war, kamen die beiden nass triefend auf ihrem Motorrad bei mir an.
Ich bot ihnen erst mal Handtücher an, in die sie sich sogleich einwickelten und auch nicht mehr ablegten. Wir spielten Monopoly, tranken, aßen und hatten einen lustigen Abend.
Danach bot ich ihnen an bei bei mir zu pennen. Sie wohnen am anderen Ende der Stadt also gut 20 Kilometer entfernt. Die Schlafplaetzte die ich zu bieten hatte, waren nicht wirklich delux. Das einzige was ich ihnen anbieten konnte, waren die Matratzen die schon beim Einzug in der Wohnung lagen (ihr erinnert euch an die Story mit den Kuehen). Die haben schon bessere Zeiten gesehen. Aber immer noch besser als der kalte Boden.Sie haben es auf jeden Fall überlebt und sind dann morgens gegen 11h nach Hause.
Die letzte Arbeitswoche war auch eine kurze. Freitag war hier Independence Day. Also Unabhängigkeitstag von der britischen Kolonialherrschaft.
Das wollte ich dann Donnerstag gerade nutzten, um mal wieder mit Max und Sebastian wegzugehen.Wir trafen uns also hochmotiviert in der guten Sportsbar und gingen erst mal schickstens essen.Im reservierten Restaurant unserer Wahl, bekamen wir einen Grill in den Tisch eingelassen und dann wurde nur aufgelegt. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Vegetarische Spieße , Kartoffelspieße , etc. Danach dann noch das große Dessert Buffet. All you can eat für 450 Rupien. Da kann man echt nix sagen. Hier in Indien ist man mit ein bisschen Geld, echt der King.
Danach gings, mit guter Grundlage im Bauch, wieder in die Sportsbar. Da wollten sie uns dann um 22h schon nicht mehr reinlassen. Angst vor Anschlägen durch Ausländer. Haben ihnen dann erzählt wir haetten unsere Rucksaecke drin vergessen und sind doch reingekommen. Der Weisen Bonus.
Auch wenn wir die letzten waren, die aus der Bar gekehrt wurden, war doch erst erst 24h - was selbst für Indien super früh ist. Aber es war ja Independence Day und das heißt, kein Alkohol für 24h Stunden.Zumindest offiziell. Leider waren aber auch alle Clubs geschlossen, so dass wir durch die ganze Stadt gechettet sind um irgendwo was zu trinken aufzutreiben.
Nach einigen warmen Flaschen Bier und dem Meeting mit einer Bueffelherde am Srassenrand fuhren wir zu einem der Indier nach Hause und haben ein paar Stunden gechillt (ausgeruht). Freitag dann wieder für die Diplomarbeit geregelt und Samstag Mittag wieder mit den Leuten von Donnerstag durch die Gegend gefahren. Wir haben ein paar coole Plätze besucht und ich bekam eine Menge nützliche Infos wie es hier in Indien so läuft und was ich unbedingt noch zu sehen habe.
Unter anderem erzählten sie mir, dass sie Mitte Oktober nach Nepal wollen für 10 Tage. Falls ich hier in der Firma frei bekommen sollte, wäre es das Geilste da mitzufahren. Nepal. Wieder einen weniger in der Liste der zu besuchenenden Laender… Aber warten wirs mal ab….
Abend ging es dann wieder in die Sportsbar. Mein Vorprogramm war leider schon zu stramm, so dass ich mich um gegen 24h im McDonnalds dermassen vollge(fressen)essen habe, dass ich sofort Heim musste.
Gestern bin ich dann Wohnung intern umgezogen. Das andere Zimmer hat nämlich eine Deckenventilator und so langsam brauch man den hier.
Es beginnt wärmer zu werden.
Trainingslager der D-Jugend
12.08.2008, 11:17Hallo zusammen!
Seit Juli bin ich mit Markus Brill zusammen Trainer der D-Jugend Fussballer der Sportvereinigung Quierschied. Am Wochenende haben wir ein Kennenlern-Trainingslager organisiert, über das auch ein Artikel in der Saarbrücker Zeitung erschienen ist. Ihr könnt euch den Artikel hier runterladen:
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Bene: Der Tempel- Exodus
06.08.2008, 16:35VORWEG EIN KOMMENTAR VON BASTI: Ich kann euch nur empfehlen auf die original-Seite des Blogs zu gehen (http://bene-in-indien.blogspot.com/ )!!! Dort ist Benes Text mit Bildern untermalt und jeder, der ihn kenn, wird beim Anblick -insbesondere NACH der KAHLRASUR- nun ja… nennen wir es “verstört” reagieren!
Jetzt zu Benes Bericht:
Der erste Trip in Indien liegt hinter mir und ich versuche das ganze mal zusammenzufassen.
Freitag bevor es losging, waren die Jungs aus meiner Firma ziemlich aufgeregt. Alles 2 min. fragte mich ein anderer ob ich denn meine Kamera dabei hätte und ob ich mich auch so freuen würde. Cams sind hier irgendwie richtig teuer und deshalb hat hier niemand eine. Aber es hatte auch noch einen anderen Grund wie ich später rausfinden sollte.
Um Punkt 18:30h haben wir das Büro verlassen um erst mal wie die Hühner vor dem Gebäude rumzuspringen und irgendwelche mir unergründlichen Dinge zu erledigen. Irgendwann organisierten wir dann zwei Rischkas, wo wir jeweils mit 4 Leuten übereinander lagen und zum Bahnhof fuhren.
Bevor es in den Zug ging, dann noch ein kleines indisches Abendessen und ca. 100 Photos vor der Abreise. Jeder wollte mindestens 10 von sich in unterschiedlichen Posen. Sehr sehr eitel die Jungs.
Im Zug war dann der menschenmaessige Untergang. Das finden des richtigen Wagons klappte noch sehr gut, aber dann saßen wir zusammengepfercht in einem muffigen Wagon. Alle 2 min. kam jemand vorbei und wollte was verkaufen (Chai, Kaffee, Essen, Nüsse, Getränke…). Nach weiteren 100 Photos haben wir uns dann „schlafen“ gelegt. Das Problem war nur das die Liege ungefähr 160cm lang war und ich nicht wirklich draufgepasst habe. Irgendwie gings dann aber doch und alle 5 min. blieb jemand an meinen Füssen hängen. Der Schlafgenuss hielt sich dann auch in Grenzen. Man wurde ganz schön durchgeschüttelt und die Inder sind irgendwie sogar nachts alle 2 Stunden aktiv und führen die angeregtesten Diskussionen. Wenn ich 4 Stunden geschlafen habe, war es viel.
Morgens kam dann ein kleiner Junge durch den Zug gekrochen und bettelte. Eigentlich nicht besonderes da es hier genau so viel Bettler gibt wie Fliegen. Aber dieser Junge hatte ein kleines BabyÄffchen dabei das er mir erstmal auf den Schoss setzte. War echt ein putziges Kerlchen. Also hab ich ihm ein paar Rupien gegeben.
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Der Aufstieg (9h-15h)
Ich wusste ja im Vorfeld, dass wir zu dem Tempel wandern, aber dass es so anstrengend werden würde, habe ich mir nicht ausmalen können. Nachdem wir unsere Schuhe beim Startritual ausziehen mussten, folgte der Aufstieg. 2000 Stufen über 7 km. Danach hätte man mich eigentlich direkt ins Hotel tragen können. Das einzig interessante waren die kleinen Tempelaffen, die sobald eine Tasche unbeobachtet irgendwo rumstand, diese mit einer unglaublichen Geschicklichkeit öffneten. Rechts und links der Treppen fand man eine Menge kleiner Shops, wo es die unterschiedlichsten Speisen und Getränke zu kaufen gab. So langsam fing ich an meine Füsse richtig zu spüren. Aber wie sich rausstellen sollte, waren wir noch lange nicht am Ziel. Es folgten weitere 2000 Stufen, diesmal aber gnädigerweise auf 10km verteilt.
Irgendwann erreichten wir dann eine Art Tempel- Stadt. Menschen über Menschen und für jeden Scheiss ewig anstehen. Hier waren natürlich auf dem ganzen Areal auch keine Schuhe erlaubt und so langsam wurde es schmerzhaft. Alles im Detail zu erzählen würde hier den Rahmen sprengen, so fasse ich jetzt mal kurz zusammen.
4 Weitere Hauptereignisse bestimmten den Tag.
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Haareschneiden (15h-17h)
Zuerst gings zum traditionellen Haarschneiden. Mit 500 Leuten in der Schlage stehen um dann in riesige Warteraume geführt zu werden. Natürlich alles im Laufschritt, durch vergittere Gänge. Keine Kamera erlaubt. Irgendwann waren wir dann in einem überdimensionalen Waschraum, wo wie am Fließband die Mähne fiel. Also zack – zack Bart und Haare ab. Erfrischendes Gefühl. In Deutschland wurde man direkt als Skinhead abgestempelt. Aber hier kommt das eher auf den Mönch – Style raus. Unsere europäische Haut scheint da ein bisschen empfindlicher zu sein und so brannte mir erst mal der Kopf für 2 Stunden (Head burne).
Dann gings zum Duschen. War leider dringend nötig nach diesem Marsch und dem Haareschneiden. In diesen Duschen war Flusspilz das kleinste Problem. Aber was soll man machen, da musste ich durch.
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Zimmer Suche (17h-20h)
Angeblich hatte Roa einen Raum reserviert. Nach 3 Stunden planlosem rum laufen auf der Tempelanlage stellte sich dann raus, das dem nicht so war. Für die Jungs kein Problem, für mich schon. Schlafen wir halt mit den anderen 1000 Pilgern unter freiem Himmel war ihre logische Schlussfolgerung. (keine schone gruene Wiese, sondern eher harter dreckiger Stein, Körper an Körper) Da war meine Toleranzschwelle jedoch überstrapaziert. Ich habe intensiv versucht zu erklären, dass ich unbedingt ein Zimmer bräuchte. Koste es was es wolle. Die konnten das erst gar nicht verstehen, doch mit ein wenig Hartnäckigkeit versprachen sie mir, nachdem wir das innere des Tempels besucht hätten, ein Zimmer zu organisieren. Wenn es nach mir gegangen wäre ich sofort ins Bett gesprungen.
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Der Besuch des Heiligtums (20h-24h)
Sie waren alle total euphorisch und riefen immer wieder „Go Inda“ worauf dann andere Gruppen einen anderen melodischen Spruch grölten. Es ging von Warteraum zu Warteraum. Wie in einem Laufkäfig. Alles im Laufschritt. Ich dachte wunderlich was jetzt bloß kommen mag. Der Tempel war prunkvoll gestalltet, mit viel Gold und Marmor. Im Innersten war dann der „Gott“. Alle waren so aufgeregt das sie quiekten. Und jetzt kommts. Das alles fuer einen 2 Sekunden- Blick durch eine offene Türe, hinter der, in 20 Meter Entfernung, im schummrigen Licht, eine Statur (für mich sah sie aus wie ein Schrank) stand. Die Leute wurde von 6 Aufpassern weiter gekickt und ich kann mir nicht vorstellen das die kleinen Inder überhaupt was gesehen haben. Danach dann ebenso euphorisch zum Spendenpott wo sie für Indische Verhältnisse Unmengen Geld in einen Sack warfen (die Hälfte ihrer Monatseinkünfte). Selbst da standen sie bereitwillig 20 min. an. Hier scheint die Verbindung von Geld und Religion nicht das geringste Problem zu sein. Nach weiterem endlosen Herumlaufen waren wir irgendwann wieder draußen. Jetzt brauchte ich nur noch ein Zimmer. War inzwischen 24h und ich war so was von kaputt.
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Das Zimmer (24h-3h)
Nach weiteren 2 Stunden des orientierunglosen Herumirrens fanden wir dann herraus, dass ich in die nächst größere Stadt müsste, wenn ich ein Zimmer wollte. Das war mir auch egal. Ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt auch im Hilton eingecheckt. Freundlicherweise kamen 2 der Jungs mit. Also ich muss kurz festhalten, dass sie versucht haben sich 100% um mich zu kümmern und auch ständig gemeinsam aufgepasst haben. Insbesondere auf meine Sachen.
Es folgte: Eine Busfahrt in einem komplett überfüllten Bus in die nächste Stadt - Hotel suchen – Hotel vergleichen – Eingechecken und ein direkter tiefer tiefer Schlaf.
Um 7h! wollten sie dann wieder weiter. Das ging aber beim Besten willen nicht. Zum Glück dachten 2 der Anderen genau so wie ich und so verbrachten wir den Sonntag dann mehr oder weniger im Hotel. Statt des versprochenen Frühstücks gabs eine Flasche Scotch. Total ungewöhnlich, weil die Inder normalerweise nicht trinken. Aber ich war froh meinen körperlichen Scherz ein wenig zu betäuben und so wurde es noch ein Lustiger Tag im Hotel.
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Die Rückfahrt (18h- 7h)
Im Zug hatte ich diesmal das obere Bett. Aber da die Indischen Züge nicht für Menschen meiner Größe gemacht sind, stieß ich mir ca. 20 mal den Kopf, was ohne Haare doppelt schmerzhaft ist. Bei uns im Abteil war noch ein katholischer Priester, der mich ca. drei Stunden bequatscht hat und mir seine Missionarische Tätigkeit in allen Details erklärt hat. Er wollte auch ganz genau wissen was meine Eltern so machen und hat mir 100 Mal gesagt, dass er für uns jeden morgen, mittag und abend beten wuerde. Na, schaden kanns nix. Prise the Lord –konnte ich da nur noch sagen (…und sagte er nach jedem Satz). Nach einer weiteren (kleinen) Flasche Scotch mit meinem Trinkkumpanen war dann auch der Rumpel- Zug erträglich und ich wurde nur 4-5 Mal die Nacht wacht.
Heute morgen, relativ fit, bin ich noch schnell in die Wohnung und einen großen Kaffee trinken. Giri, mein treuer Nachbar (hat am WE u.A. zwei mal angerufen um sich zu erkundigen ob alles Ok ist) hatte schon Frühstück gemacht und so mutete ich meinem Magen ein weiteres indisches Gericht zu (die letzten Tage grummelt er gewaltig).
Heute Abend werde ich mir erst mal Pizza bestellen. Zum Glück ist hier mit Geld fast alles zu besorgen.
So nun starte ich die neue Arbeitswoche
Peace to all of you
Julian: Krokodile und andere Monster
06.08.2008, 16:25(Den Titel hab ich nur gewaehlt um Aufmerksamkeit zu wecken
)
Da komm ich mal wieder nach ner langen Woche mit nem neuen Bericht rueber…
Ok, was hat sich geaendert? Die 3 anderen sind mit ihrer Kutsche seit Donnerstag nun weiter gen Norden getourt, um durchs Outback dann nach Darwin zu gelangen. Fuer mich ist derweil ein Bettchen im Hostel freigeworden. So muss ich nicht allein im Haus bleiben sondern teile nun mit 3 netten Taiwanesen(oder Taiwanern?) und Marco aus Hamburg ein Zimmer. (Ins Haus ist seit gestern eine Schwedin eingezogen) Ehrlich gesagt gefaellts mir im Hostel auch ein bisschen besser. Man ist immer unter Menschen und lernt neue Leute aus anderen Nationen kennen. Mitlerweile kann ich die Japaner, Taiwanesen und Koreaner auch einigermassen auseinander halten(Japaner haben die schmalsten Augen). War anfangs gar nicht so leicht. Ausser den Asiaten befinden sich noch Englaender Neuseelaender und die 2 Hollaender im Hostel. Ich mag die Athmosphaere hier, jeder kennt jeden und trotz der versch. Herkunftslaender wird hier vieles Gemeinsam gemacht. Es ist alles in allem wie eine grosse Familie. So wird unter anderem oft zusammen gekocht. Jedes mal eine kulinarische Kostbarkeit aus einem anderen Land. Deshalb ist die Kueche auch der geschaeftigste Ort hier im ganzen Hostel. Hier trifft man jeden irgendwann mal. Mit Juruen und Maria verstehe ich mich mitlerweile richtig gut. Mit ihnen mach ich eigentlich am meissten zusammen.
Nun zur Arbeit. Mitlerweile sind wir von den Mandarinen auf Orangen umgestiegen. Was den Vorteil hat, dass man diese nicht abschneiden muss sondern einfach pfleucken kann, da diese etwas robuster und groesser sind als die Mandarinen. Da man deshalb den Bin dann schneller voll hat, gibts auch weniger Geld. Das Problem bei diesen Baeumen nun ist, dass diese ziemlich fiese Dornen haben. Diese Dornen sind teilweise so lang wie Krokodilzaehne. Deshalb seh ich am Ende eines Arbeitstages auch oefters so aus als haette ich mit eben diesem gekeampft:-). Waehrend man sich noch mit einer Hand versucht aus den Faengen eines dieser Biester zu befreien, fuellt man mit der anderen schon die naechste Tasche(dem Bauchbeutel der Kaenguruhs nachemfunden) mit Orangen. Um sicherzustellen, dass man am Ende auch geneuegend Geld verdient hat. Die so entstehenden Kratzer, (Risswunden, passt wohl eher;-)) werden dann am Abend mit Chirurgischem (Kuechen-)Besteck und etwas Teebaumoel notduerftig behandelt. Aber die beste Medizin ist nach wie vor: einfach ignorieren
(oder Goetz Widmann bei Seelischen Problemen). Mit Spinnen und anderem Krabbelgetier haben wir ,waehrend wir da draussen arbeiten, gar nicht so viele Probleme wie ich dachte (Liegt wohl an den Chemiekeulen die hier gegen alles eingesetzt werden und mir selbst auch ganz schoen zusetzen). Naja wie dem auch sei, nur 2 Spinnen von denen, die bei uns in den Feldern hausen, sind giftig. Eine etwas groessere graue Spinne, und eine kleine weisse, die wenn man nicht aufpasst einem ihre Eier unter die Haut legt. Nach einem Biss der Groesseren soll man sich fuehlen, als haette man 3 Tage lang nach dem Motto “Du kannst schlafen wenn du Tod bist” durchgefeiert und nun einen Mordskater. (Dieses Gefeuhl ist mir dank diverser Festivals durchaus bekannt:-D). Vor dem Orangepicking geht es wie gewohnt zum Prunen(Weinreben schneiden). Dies ist eigentlich ziemlich gut zum aufwachen, weil wir nicht wie beim Picking nach Leistung bezahlt werden sondern per Stunde. So nehmen wir dann jeden Morgen im Halbschlaf, waehrend die Sonne langsam ueber den Weinfeldern aufsteigt, fuer 3Stunden den Kampf gegen zu lange Triebe auf. Dazu verwenden wir Original Loewe Astscheren Made in Germany( Warscheinlich aus Dillinger-Huetten-Stahl. ) Nicht selten kommt es vor, dass Kaenguruhfamilien unseren Weg in den Weinfeldern kreutzen. Unser Chef ist ziemlich locker drauf. Eigentlich ist er nur der Verwalter des Weingutes. Der eigentliche Besitzer lebt in Californien. So ist es unserem Chef auch voellig egal wann wir kommen und gehen.( Mehr zur australischen Arbeitsmentalitaet gibts in einem der naechsten Berichte
) Renmark selbst ist ein nettes Oertchen direkt am grossen Murry River gelegen. Hier kennt jeder Jeden und warscheinlich sind die meissten miteinander verwandt.(Fast wie im Saarland) Die Flusslandschaft ist ziemlich faszinierend. Eigentlich ein perfektes Plaetzchen fuer unser Pub-/Hostel-/Campingplatz-/Kanuverleih…Projekt @Marc :-D.
Oder aber an der Great Ocean Road. Man kann hier alles kaufen, aber das naechste Kino ist 300km entfernt. Das Land ist so unvorstellbar gross. Haett ich doch nur schon den Segelflugschein bei Armin gemacht oder nen Bootsfuehrerschein.Dann waer es ein bisschen einfacher herum zu kommen. Als Kind hatte ich einen immer widerkehrenden Tagtraum(meisstens in der Schule
), indem ich die Faehigkeit besass mich ich einen Bussard zu verwandeln und hinfliegen konnte wohin ich wollte. Sowas wuerde sich hier echt gut machen um die grossen Entfernungen zu ueberbruecken. Naja da ich aber bis jetzt noch nicht herausgefunden hab wie das funktioniert, hab ich mir ueberlegt ein Motorrad oder ein Kayak zu kaufen(ein Auto waere auch nicht schlecht aber nur mit jemandem zusammen).Damit ihr nicht meint ich verbloede hier. Ich lese viel und hab mir ueberlegt anzufangen Spanisch zu lernen. Im Moment bin ich unter anderem ein Buch ueber die Prophezeiungen des Nostradamus am Lesen und muss sagen, dass ich nicht immer ganz schlau aus dem Knaben werde. Manche Seiner Vorhersagungen beschreiben ein Ereignis so exakt, dass es einem nen Schauer ueber den Ruecken jagt und andere wiederum sind so allgemein gefasst, dass man jeden Furz einer Kuh hineininterpretieren kann. Am Freitag hatt Maria Geburtstag. Dann gehen wir endlich mal wieder ein bisschen Feiern. Erst im Hostel und spaeter dann im Pub. Man schaetzt die Dinge mehr von denen man weniger hat und dass sind bei mir im Moment freie Tage. Hey Toca wenn du mal wieder im Lande bist, hau mal ein paar Reisestorys raus. Wuerd mich auch mal intressieren was ihr anderen so treibt und was es neues gibt.
An dieser Stelle Gruesse ich ganz Entenhausen und die Beatsteaks(Wollt ich immer schon mal sagen
)Ausserdem gehen Gruesse raus an die Spender der Panzertaperolle die mich auf meiner Reise begleitet.
So gehabt euch wohl, bis bald…
Bene: auf nach Tirupati!
05.08.2008, 09:46Morgen ist es endlich soweit und ich komme mal aus dieser Smog- Stadt raus. Direkt nach der Arbeit machen wir uns mit insgesamt 8 Leuten auf nach Tirupati. Das ist der größte Tempel hier im Bundesstaat.
Viele Pilger lassen sich im Rahmen von Gelübden die Haare scheren, die der Tempel dann verkauft. Der Tempel macht mit diesem sogenannten Tempelhaar einen jährlichen Umsatz von 250 Millionen Euro, die in eine Stiftung fließen. Die Haare werden zum großen Teil für Haarverlängerungen verwendet. Mal schauen ob ich mir auch eine neue Frisur zulege ![]()
Sonntagmorgen wurde ich um 10h von dem Putz- Kommando geweckt. Nachdem der Samstag ja relativ mühsam war wollte ich eigentlich mal schick ausschlafen. Aber saubere Bude ist ja auch was wert.
Inzwischen bekomm ich jeden morgen durchgefegt und einmal die Woche soll jetzt geputzt werden.
Danach war ich wieder in Banjra Hills, mit den beiden Jungs von gegenüber. Die dachten wahrscheinlich sie müssten mir was bieten und so sind wir ein ziemlich chilliges Café gefahren und haben Wasserpfeife geraucht. Anfangs wollten sie mir unbedingt alles ausgeben. „Du bist unser Gast“…und so. Nachdem die Rischka und ne Cola bezahlt war, waren die beiden pleite.
Also hab ich dann das Café bezahlt und den beiden nach nen Burger gekauft. Zum Glück nicht so tragisch hier, da mich die ganze Aktion ink. Taxi zurück insg. 10 Euros gekostet hat. Hier bekommt man noch was für sein Geld.
Überhaupt, wenn man mal hinter das ganze Chaos hier in Indien schaut, funktioniert doch alles irgendwie relativ gut. Ich wunderte mich ja die ersten Wochen warum nicht alle 2 min. jemand unter einem Auto liegt oder aus dem Bus rausfällt. Aber trotz dem ganzen Treiben, ist irgendwo unter der Oberfläche Harmonie in allem hier.
Unsere Firma wird ja von Vater und Sohn geleitet. Ich habe diese Woche rausgefunden, dass beide zu einer Art Priester Kaste gehören. Der Prof. Vater ist so im die 60-70 Jahre. Ist schwer zu sagen, da er sich gut gehalten hat. Er kann mich glaube ich ganz gut haben und erzählt mir zwischendurch immer wieder von seinen Spirituellen Überzeugungen. Das trifft sich sehr gut, da ich ja auch nach Indien gegangen bin um mehr darüber zu erfahren. So kitschich (unangebracht, überzogen, ungeöhnlich) uns der Glaube hier auch als Westler vorkommen mag, ist es doch auch ein andere Weg die Sachen zu sehen. Würde mal sagen das könnte man schon fast unter Wahrnehmung zählen.
Heute bekam ich auch das erste Mal gewaschen *freu*. Ich bin zwar der festen Überzeugung, dass die Tante kein Waschmittel für die 10 Rupien, die ich ihr heute Morgen gegeben habe, gekauft hat – aber das Zeugs ist sauber.
Das es sich hier aber nicht gehört seine Unterwäsche und Strümpfe waschen zu lassen habe ich das heute mal selbst gemacht.
So, dann packe ich jetzt mal meinen Rucksack und freue mich auf die Pilgerreise nacTirupati.
Bericht gibt’s am Montag. Also bis denne - Bene
Bene: Die ersten Deutschen, der erste Kater
05.08.2008, 09:44Gestern hat sich spontan ein Treffen mit zwei deutschen Studenten ergeben, die auch hier in Hyderabad arbeiten. Sebstian, der Luftfahrtmanagement studiert und hier am Flughafen arbeitetund Max, der in einer Computer Firma sein Praktikum macht und 12x mehr Kohle bekommt wie ich. Ich habe zufaellig im Studivz nach Hyderabad gesucht und ratz fatz hatten wir Kontakt. Also bin ich gestern nach der Arbeit das erste mal noch Banjara Hills gefahren. Ich habe schon mal davon gehört, aber bis jetzt zog mich nichts dort hin. Das ist das “Reichenviertel” in Hyderabad. Da wo die ganzen Filmstars, Politiker, Manager und die neue indische Mittelschicht wohnt.
Zuerst sind wir was essen gegangen. Mein ersten Rindfleisch Für indische Verhältnisse der pure Luxusladen. Waren auch fast nur Ausländer drin. So viele wie gestern hab ich in den letzten Wochen zusammen nicht gesehen. Also erst mal Appetizer. Chicken wings, potatoes und dann ein gutes Steak. Danach hätte ich eigentlich schon direkt auf die Couch können (wenn ich denn eine hätte).
Dann sind wir in so eine Sportsbar, die relativ europäisch war und die beiden stellten mir ihre indischen Kollegen vor.
Da war sie dann also, die vielbeschworene Mittelschicht. Alle so um die dreißig rum, im Ausland studiert (England, Australien, etc) und jetzt hier die dicksten Jobs. Wir waren also in dieser Sportsbar und ich wollte mich eigentlich nach einem Bier verdrücken, weil ich ja Samstag arbeiten muss. Aber die schleppten immer mehr heran und so blieben wir bis halb 2 in dem Laden. 1h ist hier normalerweise Sperrstunde. Dann hat einer seine Visa gezückt und drauf bestanden alles zu bezahlen. Die anderen beiden meinte das würde immer so laufen. Die hätten soviel Kohle, das sie gar nicht wüssten wo hin damit…. Werde mich trozdem das naechste mal Revangieren. Bis ich dann wieder daheim war, wars 3h. Mussten durch die ganze Stadt tingeln. Heute morgen 8h Wecker. Der hang over lässt gruessen.
Jetzt ists ein Uhr und ich gehe mal was essen. Das wird dann wohl helfen…