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Julian: Go West

28.09.2008, 20:30


Juhu. Am kommenden Montag den 29ten ist es endlich soweit. Die 7 Sachen werden gepackt und auf ein Neues geht es wieder einmal zurueck auf die Strasse. Ja genau. Ein neuer Roadtrip steht an… Meine Begleitung: Jeroen und Maria aus Holland, Paul aus Taiwan, Daniel aus Korea und ein alter Toyota Landcruiser mit Startproblemen (Kennen wir ja irgendwoher). 5 Leute, 4 Nationalitaeten, ein Ziel. Richtung Westen solls gehen. Um genau zu sein, knapp 3000km. Die Stadt Perth am indischen Ozean ist das primaere Ziel. Wir haben uns vorgenommen, uns auf dem Weg dorthin Zeit zu lassen. Niemand ist in Eile, niemand hat einen Termin. (So ist eigentlich der Weg unser Ziel) Wir lassen es gemuetlich angehen. Werden warscheinlich auch viel unternehmen. Unter anderem so Sachen wie mit Haien und Delphinen schwimmen gehen, Nationalparks ansehen und Offroadpisten testen.

Endlich wieder reisen. Endlich wieder mal weiter ziehen, was anderes sehen und einfach nur relaxen.(Zumindest fuer ein paar Wochen) Wie fuer Backpacker ueblich, haben wir unsere Reiseroute nicht gross geplant, sondern lassen uns wieder einmal treiben. Wir werden wohl die erste Nacht noch einmal in Adelaide verbringen, (Die ganzen Clubs dort sind doch zu verlockend :-) ) dann ein Stueck ins Outback hinein und anschliessend die meiste Zeit an der Kueste entlang fahren. Am Strand schlafen, Nachts schwimmen gehen und endlich wieder das Meer und diesen perfekten Sternenhimmel sehen. Ausserdem am Lagerfeuer Kochen und Klampfe spielen(Hab mir ne handliche Kindergitarre gekauft). Immer weiter nach Westen. Dorthin wo die Sonne blutrot im Meer versinkt. ( Die Sonnenuntergaenge an der Westkueste sollen zu den schoensten gehoeren) Wie kleinen Kinder, die die Ankunft des Nikolauses kaum erwarten koennen, geht es uns, wenn wir an unsere Abreise denken. Es war zwar ne supertolle Zeit hier, mit all den netten Leuten, aber irgendwann wird es auch mal Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen. Zumahl hier die Schlangen so langsam aus ihrem Winterschlaf erwachen und es ziemlich ungemuetlich werden kann, wenn dir beim Orangenpfluecken so ne Braunschlange im Genick haengt. Der Gelaendewagen mit dem wir diesen Trip unternehmen werden gehoert den beiden Hollaendern. Trotz des Alters scheint er verlaesslicher als der Schrotthaufen mit dem ich hier herkam. ( Die Anderen(Moritz, Nora und Alexis) sind uebrigends mit der Kiste fuer ne Woche im Outback haengen geblieben, wie ich hoerte(und vorher vermutete :-) ). Der Toyota hat zwar einige Startprobleme am Morgen (haben wir ja alle) und faehrt sich wie ein Panzer ohne Servo, aber er wird uns da schon sicher hinbringen. Wird ne lustige Zeit werden mit den 4 Leuten. Alle verstehen sich Bestens. Naja Daniel spricht kaum ein Wort Englisch aber das wird schon. Sprachprobleme sind kein Hinderniss.

Im Hostel hat sich in der Zeit einiges getan. So sind hier ne Menge neue Leute angekommen. Unter anderem aus Frankreich, Finnland, Korea und Japan. Ausserdem David, aus dem wunderschoenen Iralnd. Du glaubst es kaum, der Typ kommt genau aus der Gegend in der Marc und ich uns noch im April diesen Jahres rumtrieben….Aus Killarney. Ihm ist Kelly”s Corner (der Pub neben unserem letzten Hostel) wohl bekannt :-) . Werde mir auf jedenfall mal seine Emailadresse besorgen, damit wir bei ihm vorbeischauen koennen wenn wir das naechste mal in der Gegend sind.

Hm tut mir leid, dass ich nicht so viel schreiben kann. Aber es ist frueh am Samstagmorgen und ich hatte gestern meinen letzten Arbeitstag( Der uebrigens erste Sahne war. Wir pausierten alle 20 Minuten :-) ). Da ich ne Stunde Internet in der Buecherei gebucht hab, musste ich mich so frueh ausm Bett quaelen. Zu frueh um klahre Gedanken zu fassen. Naja gleich mal nen schwarzen Kaffee reinschuetten ein gutes Brot essen und dann weitersehen. John, der Baertige hat uns zu nem Footballmatch eingeleaden und anschliessend zu nem letzten Barbecue mit seinen Freunden. Dummerweise ist heute auch ein grosses Hosteldiner geplant mit Kostbarkeiten von allen vertretenen Nationen. Am Montagmorgen heissts dann Abschiednehmen und Aufbrechen. Endlich wieder die Freiheit der Strasse geniessen. Ich freu mich drauf. Werde in Adelaeide mal ein paar Bilder der letzten Zeit hochladen.

Viele Gruesse aus Renmark (ein letztes mal)

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Schwaben: Die ersten Wochen

25.09.2008, 10:14


Ja hallo miteinander! Das ist also mein Blog. Thema: Was ich in den USA so treibe (@Bassi: Mist! Ich hätte ein paar Schamass T-Shirts mitnehmen sollen!) Offenkundig bin ich wohlbehalten angekommen. Auf die Lufthansa ist eben doch Verlass!

Vom Logan Airport ging es dann direkt nach Worcester, oder Woo, oder Wussstaaahhhh, wie die Einheimischen sagen. Die Stadt selbst brummt jetzt nicht direkt. Allerdings ist die Uni ganz weit vorne, wenn es um Entertainment geht. Außerdem ist Boston recht nah. Da geht es ja demnächst auch hin!

Studieren an der Clark University ist zeitintensiv, aber auch richtig gut. Die Kurse sind kleiner als bei uns, dauern drei Stunden, man darf viel lesen und jede Menge Essays schreiben. Klingt nicht nach Spaß? Naja, nicht immer. Obwohl mein Kurs “Aliens and Others in SciFi” sehr unterhaltsam ist. Und morgen treffe ich mich mit einem Prof. bezüglich eines “directed studies”-Kurses. Das heißt: Nur der Prof und ich. Wenn es gut geht, werde ich Artikel für das Woo Stadtmagazin schreiben und, damit das ganze auch was mit der Uni zu tun hat, meine Essay-Fertigenkeiten verbessern. Oder was weiß ich…. Der Prof unterhält auch ‘ne eigene Online-Zeitung. Naja, unterhielt. Weil das Projekt zu zeitintensiv war (das hatte ich doch schonmal erwähnt…), hat er die Zeitung für ein paar Millionen verkloppt. Was macht der eigentlich noch an der Uni???

Natürlich wohne ich auch in Woo. Das Haus ist dreistöckig und erinnert entfernt an die Villa Kunterbunt. Verwendetes Baumaterial: Holz. Was sonst. Die Farbe ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Wobei ich nochmals unterstreichen möchte, dass ich im zweiten Stock, also im blauen Teil des Hauses wohne! Meine Mitbwohner sind wirklich cool. Ich verstehe mich sehr gut mit allen und wir machen so ziemlich jeden Tag irgendwas zusammen; und wenn wir nur in unserem gemeinsamen Wohnzimmer abhängen. Wir sind übrigens so um die 15. Plus-Minus. Lediglich die Chinesen (bei uns wohnen schätzungsweise 5-50; die Dunkelziffer liegt weit höher), bleiben gerne unter sich. Wenn sie sich allerdings mal blicken lassen, hast Du echt immer was zu lachen. Außer Jin Lee aus Süd-Korea. die ist so putzig, ich glaube, die nehme mich mit und stelle sie zu Hause in eine Vitrine.

Ich bin auch schon aus Woo rausgekommen. Es ging nach Cape Cod. Provincetown, um genau zu sein. Auf dem Plan stand Wale kucken. Also ganz auf der Höhe der Zeit (schlechtes Wortspiel, ich weiß…). Ich habe viele Wale gesehen. Die Viehcher kamen auch ganz nah ans Boot. Sehr beeindruckend! Ich hätte am gleichen Tag auch nach Boston gehen können, um Barack Obama zu sehen. Ich habe mich aber für die Wale entschieden. Schließlich sind die vom Aussterben bedroht!

Und Fußball spiele ich hier. Inramural; also hobbymäßig. Es gibt vier Ligen mit jeweils fünf Teams. Gespielt wird auf dem Halbfeld mit großen Toren, sieben gegen sieben. Mein Team heißt Keystone. Das letzte Spiel haben wir souverän 10:1 gewonnen. Wir spielen ein 2-3-1 System. Mit mir im zentralen Mittelfeld. Ich will ja nicht angeben, aber meine Statistik lautet: 1 Tor, 4 Assists. MVP, versteht sich;-) Hier macht sich halt die Talentschmiede des FC Schamass bezahlt! Wenn wir die nächsten zwei Spiele gewinnen, sind wir in den Play-Offs

Soweit gefällt es mir in Woo ganz gut. Ich habe auch schon viele Leute kennengelernt, so dass ich eigentlich immer irgend jemanden treffe, den ich kenne. Mit anderen Worten: Ich muss in der Mensa nie alleine essen. Irgendjemand ist immer da. Als Wehrmutstropfen bleibt allerdings die Mensa. Ich lebe noch, aber manchmal ist das Essen echt widerlich! Im wahrsten Sinne ungenießbar. Ich bin da ja echt nicht pingelig, aber wenn man eine Gabel probiert und man danach am liebsten kotzen würde, ist es schon heftig. Und das auch noch dreimal am Tag. Am besten ist das Frühstück. Der Ami ist da ja eiskalt. Eier, Speck, ein Burger, Bratkartoffeln und eine Coke. Respekt!!!

Das wäre es vorerst mal. Weitere Berichte folgen….

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Titel für FC SCHAMASS aka Team Urpils 8!

20.09.2008, 21:20


Der erste Titel für den FC SCHAMASS! Allerdings, wie sollte es anders sein, ohne Beteiligung eines FCS-Spielers! Der alljährliche Sulzbacher Staffellauf (3×900m durch den Stadtpark) wird seit Jahren vom Team Urpils (um unseren Spieler Torben Just) dominiert und so auch in diesem Herbst! Da Torben allerdings zur Zeit in Teneriffa weilt, hat er mich gebeten, eine Mannschaft für den diesjährigen Lauf zusammen zu stellen. Neben Team Urpils-Urgestein SASCHA LEHMANN hat sich der beste saarländische Leichtathlet über 800m, MIKE SEEWALD (Bestzeit 1:53 min.), für den Start bereit erklärt. Komplettiert wurde das Trio durch DENNIS BONENBERGER, der als laufstärkster Fussballer von der Spvgg. Quierschied einen hervorragenden Lauf absolvierte. Die Siegeszeit von 7:08 min. ist Streckenrekord und wird in Zukunft wohl schwer zu knacken sein!

Danke nochmal an die beiden Aushelfer Mike und Dennis!

Staffellauf 2008 Team Urpils 8 Siegerehrung

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Bene: Deutschsprechende Inder

17.09.2008, 20:53


Gestern Abend bekam ich noch unerwarteten Besuch. Giri mein Nachbar ist momentan wie ausgewechselt. Seit dem seine Frau für 10 Tage zu ihren Eltern ist, hängt er wieder jeden morgen und Abend in meiner Wohnung ab.
Gestern brauchte er einen Kollegen mit. Das interessante ist, dass der Knabe seit eineinhalb Jahren deutsch lernt und eigentlich gar nicht so schlecht ist.
Er hat gerade seine Doktorarbeit über die toxische Wirkung von Pilzen geschrieben und hat eine Einladung der Universität Göttingen. Sein Traumland ist ohne Frage Deutschland (hat er mir ca. 542 mal gesagt). Das lustige ist, dass er lediglich 6 Stunden am Frankfurter Flughafen war. Aber das muss ihn schon so beeindruckt haben, dass er fest plant auszusiedeln. Wird er denke ich auch packen. Er hat was im Kopf - und dafür, dass er sich noch nie mit einem Deutschen Muttersprachler unterhalten hat, ist er auch wirklich gut. Er singt sogar Xavier Naidoo auswendig. Respekt ;-) Ich bin schon fast 3 Monate hier und kann gerade mal so 3 Worte Telegu…

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Bene: VINAYAKA CHATURDI

17.09.2008, 20:46


Die Stadt im Ausnahmezustand.
Die letzten Tage war hier ganz schön was los. Mein erstes hinduistisches Volksfest…
Dasahra ist ein hinduistisches Fest, das am zehnten Tag der mondhellen Hälfte des Hindu-Monats Ashvayuja (oder Ashvina) gefeiert wird, nach modernem Kalender meist Anfang Oktober. Dieses Jahr allerdings schon Anfang September.
Es handelt sich um den letzten Tag und Höhepunkt eines zehntägigen Festivals, das man in jeder Region anders bezeichnet. Auch die zugrunde liegenden Legenden sowie Sitten und Gebräuche unterscheiden sich erheblich. Dasahra zählt nicht nur zu den höchsten religiösen Feiertagen der Hindus sondern hat überall auch wichtige soziale Bedeutung.
Besonders Frauen und Kinder gehen von Haus zu Haus und erfreuen sich daran. Neun Tage und Nächte brennt davor eine Butterlampe, und schließlich, zu Dasahra, dem letzten Tag, bringt man den Krug in den Tempel. Am zehnten Tag stecken die Gläubigen ihre Idole an und werfen sie in einen Fluss, ins Meer oder in ein Tempelbassin. In Hyderabad konnte sich der See über weitere Verschmutzung freuen.

Zum letzten Wochenende hin wurde es richtig geschäftig in der Stadt. Tag und Nacht liefen irgendwelche Gruppen mit Trommeln durch die Stadt und an jeder Ecke fand man ein Zelt mit ohrenbetäubender Mantra Musik. Gestern war dann das große Staturen versenken. Da die meistern unserer Crew noch angeschlagen waren von der Party am Samstag, machte ich mich alleine auf. Eigentlich hatte ich geplant ein Subway aufzusuchen. Nach 3 Stunden des Rumirrens in Millionen von Indern (und genau so vielen Bettlern-unter anderen kleine Mädchen von vielleicht 7-8 Jahren, die überhaupt keine Skrupel hatten, ich hab sie glaub ich 2 Kilometer hinter mir her geschleift, bis sich mal ein Inder erbarmt hat und sie von meinen Beinen zu entfernen). Zu allem Übel musste ich dann auch feststellen, dass der anvisierte Laden leider geschlossen war. Dann brauchte ich ca. noch eine Stunde um da wieder rauszufinden. Die ganze Stadt war auf den Beiden. Jedermann war unterwegs zum See um die Staturen darin zu versenken. Hatte ein bisschen was von Karneval, nur ohne Verkleidung und Alkohol. Die Stadt wurde wohlwissentlich trocken gelegt. Seit Samstag waren alle Bars, Restaurants und Wine-Shops geschlossen.

Komischerweise hatten wir gerade an diesem Wochenende eine der interessantesten Partys hier. Wir trafen uns Samstagabend in der Deluxwohnung der Freundin eines indischen Kollegen. Sie ist Ami. Nachdem wir dort gegessen hatten und reichlich Wein gebechert haben, sind wir dann auf eine Party, von der irgendeiner der Jungs gehört hatte. Wir fuhren also ein paar Kilometer aus der Stadt raus, um über einen Feldweg auf ein verlassenes Gelände zu kommen. Das ganze war wirklich im Nirgendwo. Am Eingang erwarteten uns schon 5 Schränke. Ist eigentlich ungewöhnlich für Indien. Nach einem kurzen Telefonat, setzten sie ihr Sonntagslächeln auf und ließen uns passieren. Wir gingen durch einen kleinen Tunnel und am anderen Ende fanden wir die Party. Es waren so ca. 100 Leute. Viele bekannte Gesichter. Die Lokation war allerdings sehr special. Ich dachte erst es wären Filmkulissen. Es sah aus wie in einem verlassenen Wild West Dorf. Kirchenturm, die Holzhäuser mit Balkon und teilweise eingestürzt und auf dem Markplatz die Tanzfläche. Bier und Drinks waren umsonst(wohlgemerkt, der einzige Platz in Hyderabad, wo an dem Tag was zu trinken gab!). Das haben wir dann auch ganz schön ausgenutzt. Als die anderen um 3h fahren wollten, war bei mir noch nicht an Rückzug zu denken. Hätte ich aber besser mal gemacht. Das Ende der Geschichte ist, das ich morgens um 10h in irgendeiner WG wachgeworden bin. Dort lagen nach ca. 10 andere Opfer. Ich hab direkt Tjays geweckt und wir sind zu mir gefahren. Da hat er mich dann aufgeklärt was noch so passierte. Leider ist dieser Teil des Abends nicht wirklich hängen geblieben. Spaß hatten wir allemal.

Was ist sonst noch so passiert? Die Wochen hier sind sich alle sehr ähnlich. Morgens 8h aufstehen, Arbeiten, Abends telefonieren, kochen und wieder schlafen. Auf der Arbeit ist immer ein langer Kampf, ein bisschen Unterstützung bei meinem Projekt zu bekommen. Inzwischen hab ich aber gelernt damit umzugehen. Die haben einfach sehr viel geringe Erwartungen den Projektfortschritt (nicht nur bei mir, bei allen). Trotzdem ich meiner Meinung nach schon 5-mal soweit sein könnte ist es immer noch „fine“ für sie. Was soll ich machen… Musste ich wohl oder übel meine Arbeitsgeschwindigkeit anpassen. Letzte Woche hab ich mir dann Arbeit aus Deutschland von unserem Partner besorgt. So konnte ich wenigstens mal eine produktivere Woche verzeichnen. Allerdings muss ich auch da aufpassen, da mir von einigen Mitarbeiten gesagt wurde, dass mein jetziger Chef das nicht so gerne sieht. Meiner Auffassung nach gehört unser deutscher Standpunkt zur Indischen Mobileone dazu. Anscheinend aber doch nicht so 100%….
Das Vorstellungsgespräch, das ich vor 3 Wochen hatte, hat mich leider nicht zum erhofften Super Job geführt. Sie suchten auch einen Hardcoreprogrammierer, was mir nicht wirklich so zugesagt hat. Letzte Woche hat mich dann ein Headhunter (Jobvermittler) angerufen. Der hatte meine Nummer von einem indischen Kollegen. Das Angebot war nicht schlecht. Back Office Arbeit. Aber der Verdienst war mit 40000 Rupien immer noch deutlich oder dem was ich mir vorgestellt hatte. Wir haben vereinbart in Kontakt zu bleiben. Bis Anfang naechsten Jahres bin ich hier ja noch in mein Projekt eingebunden, was ich auf jeden Fall abschliessen werden. Ob es sich danach noch lohnt einen neuen Job zu organisieren, muss sich zeigen. Vielleicht reise ich auch einfach noch ein bisschen durchs Land und komme dann Maerz / April wieder in die Heimat um mich auf Jobsuche zu begeben… Lets see…

Noch was Lustiges zum Schluss. Letzte Woche, mein Putzmann und die Tauben haben mich gerade aufgeweckt, als meine eigentlich sehr wortkarge Reinigungskraft plötzlich die Haustüre zuknallt und anfängt rumzuschreien. Dachte erst er wollte einen Vogel oder so verscheuchen. War es aber nicht. Sondern ein mittelgroßer Affe der sich gerade an meinen Müllsäcken zu schaffen machte.

In dem Moment wo ich ihn sah, ergriff er die Möglichkeit und kam in die Wohnung. Er wusste sofort wo er was zu fressen fand und begnügte sich zum glück mit meinem Obst und ist dann wieder raus. Nachdem ich geduscht und gefrühstückt hatte wollte ich dann zur Arbeit. Bei uns im Treppenhaus war allerdings Ramba Zamba. Der Affe saß im Flur (immer 2 Gegenüberliegende Wohnungen auf einer Etage) und hatte sich eine Tuberose mit Cornflakes oder so gerippt. Innerhalb kürzester Zeit hat er die Dose auf und begann zu fressen als ob es kein morgen gäbe. Er hat wahrscheinlich gewusst dass ihm nicht viel Zeit blieb. Mit Besen und Stöcken schlugen die Hausbewohner auf ihn ein. Er lachte noch einmal dreckig und verschwand über den Balkon ins Nachbarhaus.
Chrees

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Julian: Was ist hier los, was ist passiert?

12.09.2008, 08:51


Sonntagmorgen und einige verstorbene Gehirnzellen spaeter. Ich oeffnete meine Augen. Erst das Linke, dann das Rechte. Fragen ueber Fragen in meinem Kopf. ”Wo bin ich? Was ist das fuer ein grelles Licht. Warum fuehlt sich mein Kopf an als wuerde er gleich platzen…. So jetzt wieder langsam von Anfang an. Ich befinde mich in meinem Bett. Wie bin ich dort hingekommen? Keinen Schimmer. Das grelle Licht ist der Sonnenschein, der durchs Fenster ins Zimmer knallt. Der Grund warum ich nicht mehr schlafen kann. Aufstehen kann ich auch nicht.” Ich spuerte, dass mein Magen sofort zu rebelieren beginnen wuerde sobald ich mich zu heftig bewegte. Das muss ich aber um aus meinem Hochbett zu kommen. So entschloss ich mich einfach ruhig liegen zu bleiben und abzuwarten, bis ich das Haerteste ueberstanden hatte. Es war einer dieser Morgende an denen man denkt: ” Muss ein guter Abend gewesen sein, gestern. Aber bitte erspart mir die Details.” Mit dem Griff zur Kamera und einem Blick auf die Actionfotos kamen dann die Erinnerungen wieder. So wie es aussah hatten wir gut gefeiert. Zuerst dieses Barbecue mit allen Leuten. Jeder hat mir gratuliert und in seiner Landessprache ein Staendchen gesungen.( Die haben das mit dem reinfeiern nicht so ganz verstanden. :- ) ) Dann gabs Essen. Alle haben sich Muehe gegeben und irgendwas dazu beigetragen. So hatten wir eine reichhaltige Auswahl an Leckereien auf dem Tisch. Alle Bewohner haben mir ne grosse Geburtstagskarte geschenkt, auf die jeder was geschrieben hat. Von Maria und Jeroen hab ich dann noch ne neue SD-Karte fuer die Kamera bekommen. Meine hat zu wenig Speicherplatz fuer die ganzen Bilder. Nach dem essen gabs ein heftiges Unwetter und so mussten wir unsere Feier nach drinnen verlagern . Kurz danach fiel im Hostel der Strom aus, da irgendwo in Renmark der Blitz eingeschlug. So sassen wir also bei Kerzenschein im Krais zusammen und fingen an Trinkspiele zu spielen. Nach einer Weile kristallisierten sich auch schon die kuenftigen Alkoholleichen des Abends heraus. Als Geburtstagskind war natuerlich ich es, der am Meisten trinken durfte. Unter anderem 3 oder 4 Glaeser einer rot-braunen Fluessigkeit aus rotem und weissem Wein plus dem billigesten Bier. Der pure Kopfwehmix also. Aber so waren nunmahl die Regeln und stuppen is net. Also Augen zu und durch. Damit hatte ich den Anfang vom Ende und einen Moerderkater am naechsten Tag besiegelt. Ein paar Spiele und Drinks spaeter, hatte sich die Anzahl an Mitspielern drastisch reduziert. So beschlossen wir dann zum legendaeren Renmark Club aufzubrechen. Wir, das waren noch 8 Leute. Die 2 Hollaender Maria und Jeroen, Erika die Schwedin und Zoe, ein Maedel aus Taiwan. Ausserdem Paul mein Zimmergenosse der ebenfalls aus Taiwan stammt (ein ziemlich lustiger Typ) und Ronan aus Schottland. Ronan ist letzte Woche hier angeokommen. Er ist schon 4 Jahre auf der Reise. War unter anderem in Suedamerika, Asien und Afrika unterwegs. Hat also schon ne Menge gesehen. Dummerweise, hatte der Club geschlossen und wir mussten auf Plan B umsteigen. Plan B war die Hotelbar des Renmark Hotels. Nur Schemenhaft kann ich mich an das Inventar der Bar erinnern. Ich kann mich allerdings noch gut an die Theke erinnern, denn dort sass ich wohl die ganze Zeit neben Ronan, der mir einen Schnaps nach dem anderen ausgab. Ronan, der ein sehr spendabler Schotte ist, kehrte in der Woche des oefteren mal hier ein und kannte daher den Barkeeper bereits. Man munkelt wir haetten noch Billiard gespielt. (Haeh gabs da Billiardtische?) Naja wie gesagt, das einzige was ich noch gut im Gedaechtniss hab, ist die Theke und Whiskywerbung auf einem Spiegel mir gegenueber. Ausserdem traffen wir noch ein paar Jungs aus Korea, die sich unserer Trinkgemeinde anschlossen. Als wir die Spielunke wieder verliessen um im Hostelweiter zu feiern, ereichte mich der erste Dangercall aus dem Saarland. Domme und Cristian wollten mir zum Geburtstag gratulieren. Da ich gerade an einer Telfeonzelle vorbeikam, wollte ich sie von dort zurueckrufen. Tat ich dann auch, eine halbe Stunde spaeter :-) . Erst vertippte ich mich andauernd und dann hatte ich ploetzlich die Nummer vergessen. Also packte ich letztendlich mein Handy aus um zu telefonieren, wie man es normalerweise tut. Der gemeine Dangercall an sich, wird fuer gewoehnlich frueh morgens nach einer durchzechten Nacht mit dem Handy getaetigt. Wie dem auch sei, es ging wieder in Richtung Hostel . Die Koreaner im Schlepptau. Diese Jungs waren jetzt schon 1-2 Level weiter, was den Alkoholpegel betrifft. Noch nicht ganz Game over aber auf einem guten Weg dorthin. Es dauerte auch nicht mehr lange bis es dann so weit war und sie sich in alle Winde verstreuten um ihren Mageninhalt zu entlehren. Einige Zeit spaeter fand ich ein lauschiges Plaetzchen auf der Couch im Fernsehzimmer. Ich stoepselte Ronans IPod ein und hatte noch nicht ganz “Why don’t you get a Job” von The Offspring” (einer unserer groessten Hits im Irish) fertig gehoert, als mir die Augen zu fielen und ich wegdoeste. Als Maria mich dann irgendwann weckte, dachte ich schon es waere alles ueberstanden und der naechste Morgen waere angebrochen. Falsch gedacht. Ich hatte ungefaehr 30 min gepennt. Sollte ich ins Bett gehen? Nein, noch nicht. Ronan, Paul, Zoe und Maria sassen noch draussen. Also wieder raus und ein naechstes Bier aufgemacht. 2 Minuten spaeter landete mein Kopf auf dem Tisch. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich Fragen nur noch mit ja und nein beantworten. “Julian, gehts dir gut?” “Ja.” “Bist du sicher?” “Ja.” “Willst du ins Bett?” “Nein” “Heb den Arm wenn du ok bist!” Also Hand raus Daumen nach oben. Das waers, die laestigen Fragen waeren ueberstanden. Ich und aufgeben. Laecherlich. Natuerlich gings mir nicht gut und ich musste etwas unternehmen, denn der Tisch unter mir begann sich wie eine Waschmaschinendrommel zu drehen. Irgendwie hatte ich das Gefuehl, dass mein Magen versuchte da mitzuhalten. Also kurz die Moeglichkeiten abgewogen. Bis ich draussen ein Plaetzchen gefunden hatte, waere es womoeglich zu spaet gewesen. Kurzum waehlte ich die altbewaehrte Toilette. Auf dem Weg dorthin, sah ich aus den Augenwinkeln die Pfuetze eines anderen Kollegen der es wohl nicht mehr rechtzeitig geschafft hatte. Nun weiss ich auch warum die Behindertentoilette bei der letzten Party so beliebt war. Es ist das erste was einem entgegenspringt, wenn man mit einem Affenzahn in Richtung sanitaere Anlagen rauscht. Ausserdem ist sie etwas schallgeschuetzter als die anderen Toiletten. So hab ich mich dann, in einem roetlichen Erguss, wieder von den ganzen Wein-Biergemischen getrennt. Ok, Zeit fuers Bett. Alles in allem ein erfolgreicher Abend. Kann man nicht meckern. Fuer nen Geburtstag am anderen Ende der Welt nicht uebel. Wir mir am naechsten Morgen(bei einem weiterem Dangercall) zu Ohren kam wurde dieser, trotz meiner Abwesenheit, auch von ein paar Freunden bei mir zu Hause gefeiert. Da kennen die echt nichts. Naja man muss die Feste eben feiern wie sie fallen. Daumen hoch. Des Weiteren hoerte ich die erfreuliche Nachricht, dass die 3 Jungs die in Kaiserslautern studieren nun eine passende Wohnung gefunden haben. Hoert sich echt nicht schlecht an was ihr da erzaehlt. Ich hoffe ihr habt ein Plaetzchen auf der Couch frei, falls ich mal irgendwann reinschneien sollte. Eine Ecke vom Teppich wuerde mir allerdings auch genuegen. So langsam kommt der Fruehling nach Renmark. Mittags ist es auf den Feldern schon bruellend heiss. Wird wohl auch der Grund sein, warum mir beim Orangenpfluecken immer mehr Ungeziefer ueber den Weg laeuft. Die ganzen Spinnen stoehren mich noch nicht mal. Die kann man immer noch ignorieren. Aber versuch mal ne Horde wildgewordener Riesenameisen zu ignorieren, die grade ueber dich herfaellt. Das ist dann schon nicht mehr ganz so einfach. Kaum ist man aus Versehen auf einen ihrer Kollegen getreten, greifen die Jungs zu den Waffen. Verhandeln ist zwecklos. Versuch denen dann mal zu erklaehren, dass du eigentlich eigentlich in friedlicher Absicht kommst um ein paar Orangen von dem Baum zu pfluecken, der sich dummerweise in ihrem territorium befindet. Wenns um ihr Revier geht kennen die Burschen keinen Spass. Von Diplomatie haben die Scheinbar noch nix gehoert. Da pfeifen sie einfach aufs Voelkerrecht(wie es sogenannte Weltmaechte ja auch des oefteren tun) und gehen direkt zum Angriff ueber. Keine Ahnung, ob Ameisen, das Voelkerrecht ueberhaupt anerkennen, aber die Weisse Flagge und das Parle-Recht der Piraten bringen einen auch nicht weiter. So bleibt einem also nur die Flucht . Mit einem Hechtsprung versucht man sich in sicheres Gebiet zu begeben um dann die Hartnaeckigsten von ihnen aus der Hose zu schuetteln. Glueckich kann sich der schaetzen, der rechtzeitig Wind von dem Angriff bekommen hat. Wenn man zu lange wartet, kann es schonmal vorkommen, dass man laut schreiend und nur noch in Boxerschorts gekleidet im Dreieck.(Wie es einer meiner Kollegen letztens tat :-) ). Jedoch bezweifel ich, dass das Schreien irgend eine Wirkung auf die Ameisen hat.

Eigentlich wollte ich schon viel frueher schreiben, aber erst musste ich mal die ganzen Geburtstagsmails checken. Vielen Dank an alle Gratulanten. Hat mich sehr gefreut das es so viele waren und dass ueberhaupt jemand an mich gedacht hat. Diese Woche haben noch 3 Maedels Geburtstag, drum gibts am Samstag wieder ein nettes Barbecue. Da freu ich mich schon drauf :-D . Im Moment siehts wohl so aus, als wuerde ich noch 2 weitere Wochen hier verweilen und dann endlich wieder auf Reisen gehen. Wie es weitergeht schreib ich im naechsten Bericht.

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Bene: Crazy India

12.09.2008, 08:51


Hallo Leute.

Hier rennt die Zeit davon. Die letzten Wochen waren geprägt durch Arbeitsfrust, Freunde finden, Pläne schmieden, Monsuns und vieles vieles mehr.

Ich arbeite immer noch bei MobileOne. Hatte allerdings diese Woche mein erstes Vorstellungsgespräch mit einer anderen Firma. Genauer gesagt die, in der Max arbeitet. Er haut am Wochenende ab nach Deutschland und sie hätten dann einen Platz frei. Die Konditionen wären um ein vielfaches besser. Ich hätte dann sogar eine Wohnung mit Garten. Leider suchen sie einen Hardcoreprogrammierer und das wäre eher ein Job für einen der angewandte Informatik studiert hat. Ich habe mich in dem 1,5 Stunden Telefonat auf Englisch, nach anfänglicher Nervosität, relativ gut geschlagen. Am Anderen Ende der Leitung war der Firmenchef aus Kalifornien, der technische Leiter, der auch irgendwo in den Staaten saß und Max. Die haben mich ganz schön ausgequetscht. Viele Computer- und programmiertechnische Details. Jetzt wollten sie sich im Laufe der Woche melden und mir Bescheid geben…

Wenn nicht, war es auf jeden Fall eine gute Erfahrung. Mein Praxissemester (bis Anfang Dezember) mache ich nach jetziger Planung auf jeden Fall bei MobileOne fertig und nehm dann noch einen Projektjob (paar Monate) irgendwo hier an. Hier ändert sich alles unglaublich schnell, so dass man eigentlich ständig neu plant.

Aber jetzt zur Gegenwart:
Nachdem ich den Christoph aus Saarlouis getroffen habe, kann ich auch endlich wieder saarländisch brabbeln. Er arbeitet fuer die Robert Bird Group aus England und hat die letzten Jahre in London gelebt. Wir sind inzwischen eine kleine internationale Clique, und waren die letzten Wochenenden zusammen on Tour. Das hier ist Julia (Fotos auf der original Blogseite , sie macht 6 Wochen soziale Arbeit für ihr Studium der Soziologie. Das gleiche macht Waheeda. Sie ist indischer Abstammung, im Kongo aufgewachsen und lebt jetzt in Kannada. Dann wären da noch Uli, ein Dr., der in der Unfallforschung arbeitet (ist er hier genau richtig) und Nethen aus den Staaten, der gerade sein eigenes Business hier aufzieht. Das hier ist mein Kollege Tejays, ein Inder und DJ in Bar, in der wir uns immer treffen.

Dann sind da noch viele andere. Speziell junger Inder, die in London studiert haben und jetzt die Familienunternehmen weiter führen. Leider war es zu riskant auf unseren Wochenendtouren die Cam mit zu holen. Daher noch keine Photos. Die Jungs sind aber genau die richtigen Kontakte hier. Dank ihnen wissen wir von allen Lokations in der Stadt und meist auch umsonst rein und müssen komischerweise nie was für die Getränke bezahlen…

Heute war dann ein indischer Feiertag und wir hatten frei. War gestern nacht so gegen 4h daheim und heute morgen und 8h, hat dann meine Reinigungskraft wie verrückt geklingelt und Girri (mein Nachbar) wollte mich zu ihrer „Indische Gottheit Preisungs- Zeremonie“ einladen. Da musste ich leider passen. Nach 4h Stunden Schlaf konnte ich mir das noch nicht geben. Also wieder ab ins Bett, bis 12h, um dann am Festtagsessen in der Nachbarswohnung zu partizipieren (teilzuhaben).

Na gut, es war nicht das, was wir darunter verstehen. Aber wenigstens hatte ich was Kleines im Magen. Reis mit Nüssen und einer scharfen Paste. Da ist der Kater schnell verschwunden….

Thats it for today…

Machts gut und auf bald!

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Julian: Ein nettes Wochenende und ein grosser Tag

12.09.2008, 08:50


Lange nichts mehr von mir hoeren lassen. Naja es gibt eigentlich auch im Moment nich so viel spannendes zu erzaehlen. Ich befinde mich immer noch in Renmark, bin immer noch fleissig Orangen am Picken und versuche das beste draus zu machen. Ausser das es mir vorkommt, als wuerde die Zeit wie im Fluge vergehen, hab ich im Moment gar kein Zeitgefuehl. Selten weiss ich welcher Wochentag ist, geschweige welches Datum wir gerade haben. Aber dass ist eigentlich auch voellig unwichtig, denn ich bin eh so gut wie jeden Tag am arbeiten und die Geschaefte haben hier die ganze Woche auf. Es ist aber vorallem nicht so wichtig, da man als Backpacker nicht unter Stress steht und kaum Termine hat. (Termine werden hier in Australien eh nicht so ernst genommen. Nicht, dass sie gar nicht erst wargenommen werden, aber wenn man sich mit jemanden verabredet kann man gerne mal ne Stunde auf den Betreffenden warten. Wird hier halt alles etwas lockerer genommen.) Man lebt groesstenteils in den Tag hinein und laesst sich treiben. Plaene verwirft man eh schneller als sie gekommen sind. Hm, was gibts neues von der Orangenernte? Naja letzte Woche mussten wir einen Tag ein Feld abgeerntet, dessen Baeume alle von einer Krankheit befallen waren. Aus diesem Grund sind die Fruechte nicht mehr zum Verkauf geeignet und wir mussten sie statt in Bins( grosse blaue Behaelter) zu fuellen, einfach auf den Boden werfen. Da wir per Stunde bezahlt wurden, hat sich dann schnell ine grosse Orangenschlacht daraus entwickelt. 20 Backpacker aus versch. Nationen. Jeder gegen Jeden und kein Pardon.(Bilder werden nachgeliefert :-) ) Man kann es sich aehnlich der alljaehrlich in irgend einer Stadt in Spanien stattfindenen Tomatenschlacht vorstellen. Eine Schneeballschlacht in Mitteleuropa(als Schneefall im Winter noch normal war) kommt dem auch sehr nahe. Hat auf jedenfall ein Heidenspass gemacht mit den ganzen Leuten. Ich habe echt Probleme mit den Insektenschutzmitteln, die sie hier auf den Feldern verwenden. Ich vermute ja, die haben die Reste aus Saddam Hussein’s Chemiewaffenarsenal (Saddams Resterampe) fuer nen Spotpreis ersteigert und spruehen sie hier auf die Baeume. Das wuerde auch erklaehren warum die niemand findet.(Muss aber dazu sagen, dass dies nur eine Vermutung meinerseits ist. Nicht das irgendwelche Machthaber wieder auf dumme Gedanken kommen und nen Krieg anzetteln.) Naja jedenfalls ist es nicht gerade gesund und aus diesem Grund hab ich mir aus dem Baumarkt eine Maske besorgt. Aehnlich denen, die man fuer gewoehnlich im Rettungsdienst waehrend Seuchenfahrten verwendet oder wie sie in Peking und Shanghai Mode waren bevor dort das Olympiafieber ausgebrochen ist ;-) Wo wir grade bei den Olympischen Spielen sind … Ist ja schon fantastisch, welche Euphorie wieder um die Welt ging. Da vergisst man doch schnell wieder die Bilder von chinesischen Soldaten, die auf tibetische Moenche eindreschen. Das dachten die sich bestimmt auch, als sie vor den Spielen beschlossen: “Lass uns doch schnell noch ein paar Tibeter schlachten, bevor wir soviel Presse im Land haben”. Natuerlich hat sich keiner getraut wirklich etwas zu unternehmen. Niemand hat Sanktionen erlassen, wie man es normalerweise anfangs mit sogenannten Schurkenstaaten und Staaten die Voelkermord begehen macht. Unsere Angie brachte auch nicht mehr hervor. ” Ihr Luemmel ihr, man darf doch keine Menschen toeten!) Nicht mal old Dalai Lama hat sie sich getraut zu empfangen. Nein, da hat sie sich schoen aus dem Staub gemacht und eine Vetreterin den Job machen lassen. Industrie und Wirtschaft rieten ihr davon ab. China ist ein zu wichtiger Handelspartner, den darf man nicht so einfach veraergern( Ausserdem haben die womoeglich wirklich Massenvernichtungswaffen). Da nimmt man lieber ein paar tote Tibeter in Kauf. Waere ja nicht auszudenken, wenn wir auf, von Kinderhand bemalte Vasen, Reis und gefakte Markenware verzichten muessten.
Wir versuchen unsere Freizeit hier in Renmark so gut wie moeglich zu gestalten. Das ist leichter gesagt als getan, da nun mal hier nicht so der Baer steppt.Teilweise verbringen wir unsere freien Tage mit sportlichen Aktivitaeten wie Fussball und Tennis. Haben zb letzte Woche mal ein Fusballmatch gegen ein paar 13 jaehrige locals gemacht. (Die haben uns ganz schoen alt aussehen lassen, muss ich gestehen :-D Aber es hat spass gemacht und darum gings ja.) Jeroen und ich sind auch nicht gerade die Tennisasse (beide vorher kaum nenSchlaeger in der Hand gehabt). Aber da er oefters mal Squash gespielt hat und ich Tischtennis bekommen wir schon ein paar Spielzuege hin. Des weiteren haben die hier sogar ein Schwimmbad( von der groesse einer groesseren Badewanne :-) ), das wir ab und zu mal besuchen. Letztes Wochenende hatten wir ein paar schoene Tage. Unser Traktorfahrer, John der alte Haudegen mit dem langen Bart, hat uns(die beiden Hollaender und mich) Freitags zu einem original Aussi Barbie (Australisches Barbecue) mit seinen Freunden eingeladen. War echt ein lustiger Abend. Die Australier lieben Barbecue ueber alles und sind im allgemeinen sehr Gastfreundlich. So bekamen wir dann auch eine Menge Koestlichkeiten aufgetischt. Feine Spiesse, Rippchen, Kottelets , Steaks, Salate, Kaese und und und. Dazu gab es guten Rotwein und ne Menge Bier. Wir langten ordentlich zu, hatten wir doch die letzten Wochen nicht so viel Fleisch zu Gesicht bekommen. So sassen wir da und hoerten uns einige lustige australische Stories an, soweit wir dem Aussi Dialekt folgen konnten. John war mit seinen 58 der juengste der 5 Gastgeber( 2 Paerchen und John) und so gabes einiges zu erzaehlen. Er und sein Kumpel sind fanatische Speedbootfahrer und haben schon bei einigen Rennen hier auf dem Murry River teilgenommen. Am Samstag haben wir dann mit ihnen eine Bootstour gemacht und uns die ganzen Nebenfluesse(Man kann es sich wie eine kleinere Ausgabe des Amazonas vorstellen. Mit vielen verwinkelten Nebenfluessen, Suempfen und Inseln) angesehen und ihnen beim Training zugeschaut. Denn am Sonntag dann fand hier auf dem Fluss ein Bootsrennen statt bei dem sie teilnahmen und erfolgreich mit dem 2ten Platz abschlossen. Erfolgreich, weil sie bei weitem die aeltesten Teilnehmer waren. Auch dazu haben sie uns eingeladen. Bei Gelegenheit liefer ich auch hiervon mal ein paar Bilder nach. Danach folgte mal wieder eine Woche voller Arbeit. Im Moment sind uns deie Orangen ausgegangen so werden wir anderweitig Beschaeftigt. Dies ist aber nicht weiter schlimm da Jeruen und ich von den 15 verbliebenen Backpackern, die bei der selben Firma arbeiten, den besten Job abgestaubt hatten. So sitzen wir den ganzen Tag auf der Ladeflaeche eines Trucks und verteilen Stoecke und Plastikrohre auf den Feldern. Dabei muessen wir ab und zu den Fahrer des Trucks aus seinem Sekundenschlaf erwecken :-) . Nun ist endlich wieder Wochenende und heute Abend wird ein grosses Barbecue veranstaltet, andem alle Leute unseres Hostels teilnehmen. Jeder hat etwas dazu beigetragen. Anlass dazu ist der morgige 31ste August an dem ich vor 21 Jahren auf die Welt schluepfte. Darum wurde der Alkohol auch von mir gespendet. Danach gehts mal wieder auf zum Renmark Club.Ich hab Maria, die vor 2 Wochen ihren Geburtstag feierte, gefragt wie es so ist eben diesen hier in einem Kaff am anderen Ende der Welt zu zelebrieren. Sie meinte nur, wenn du dich betrinkst ist es gar nicht mal so schlecht. (Sie und 2 andere benutzten naemlich an diesem Abend die Toilette als Spukschuessel:-) und nicht nur die Toilette. Muss ein lustiges Bild sein, wenn 2 halb bekleidete Maedels das Behindertenbad als Ausnuechterungszelle missbrauchen) So lautet dann auch mein Motto fuer heute Abend “gib ihm”. Der morgige Kater ist schon fest eingeplan. Der 3Tage-Rauschebart ist gestutzt, die Haare sind geschnitten(von Maria) und die Schuhe poliert…Es kann also losgehen. Ich bin bereit. Komme was da wolle:-)
Gute Nacht

Wuerde mich freuen mal wieder was von euch zu hoeren.

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