Frohes Fest
24.12.2008, 15:02Das Team von SCHAMASS.de (=Ich) wünscht allen SCHAMASS-Mitgliedern, dem FC SCHAMASS und natürlich den lieben Menschen, die sich unsere (=meine) Homepage gelegentlich zumuten ein fröhliches Fest der wohlgemeinten Kapitalverschiebung!
Basti Funtasti
Julian: Perth, Sommer und Weihnachtsschmuck…
22.12.2008, 15:54Hm… fang am besten da an wo ich das letzte Mal aufgehoert habe .
Wir haben uns in Albany noch The Gap angesehen, eine Felsformation die hier enstand als der Superkontinent Gondwana vor ein paar Millionen Jaehrchen auseinander brach. The Gab Ist auf jedenfall noch sehenswert. Zu sehen wie die raue See an die Klippen klatscht und die Gischt Meterhoch die Waende hinauf spritzt laesst ein sondabares Ruhegfuehl aufkommen. Bei diesem Anblick wird einem ziemlich schnell bewusst, wie klein und nichtig man doch eigentlich ist im Verhaeltniss zu den gewaltigen Naturgewalten. Naja, danach gings auf jedenfall richtung Norden nach Perth. Da wir mal wieder etwas spaeter am Abend dort eintrafen, liessen wir die Suche nach einem Campingplatz aus und halfen Daniel ein Hostelbett zu finden. Dies war schwer genug, denn wir mussten 10 Hostels anrufen bis wir schliesslich was fuer ihn fanden. Danach stellten wir kurzerhand das Auto auf nem Parkplatz ab und stuerzten uns ins Nachtleben. An diesem Abend wurden wir allerdings nicht wirklich alt. Der Umstand, dass wir uns kaum auskannten und die vorhandene Muedigkeit der laengeren Fahrt liessen uns bald wieder zum Auto zurueck kriechen wo wir erschoepft einschliefen. Am naechsten Tag brachen wir frueh zu einem Campingplatz am Stadtrand auf, wo wir ungefaehr fuer eine Woche hausten. Am selben Abend noch gingen wir dann richtig aus. Unter anderem auf ein orginal german Oktoberfest. J Da wir den letzten Bus in die Stadt verpassten fragten wir ein Maedel an der Tanke ob sie uns einen Lift geben koennte. War kein Problem. Sie war mit dem Schmuckstueck ihres Vaters, einem Ford aus den70ern unterwegs, was die Fahrt in die City zu einem Erlebniss fuer sich machte. Naja, war auf jedenfall ein netter Abend mit reichlich Drinks und Musik. Wir ueberlegten uns, dass es eigentlich ein coole Sache waere fuer eine laengere Zeit in der Umgebung von Perth zu wohnen, Arbeit zu finden und auf Festivals zu gehen (davon finden naemlich in der naechsten Zeit einige hier statt). Ausserdem gibts hier in der Naehe gute Moeglichkeiten um Tauch- und Surfkurse zu machen. Die naechsten Tage verbrachten wir dann damit die Zeitungen und das Internet nach Wohnungen und Jobs zu durchsuchen. Ausserdem besuchten wir Freunde von Paul, die uns bei der Suche behilflich waren. Johnny und seine huebsche Tochter aus Malaysia…Johnny ist stolzer Besitzer eines netten kleinen Cafe’s im Studentenviertel von Perth. Jedesmal wenn wir dort einkehren werden wir vorzueglich bewirtet. Dazu gehoerhen: guter Kaffee in allen Variationen(der beste Ice Coffee der ganzen Stadt), kuehles Bier, frisch gebackene Muffins und andere Dinge. Selten muessen wir etwas von dem was uns angeboten wird bezahlen. Die nette Gesellschaft und Gastfreundlichkeit, die die beiden bieten lassen uns des oefteren dorthin zurueck kehren. Wie dem auch sei…Einige Tage, Anrufe und ein Vorstellungsgespreach (Fuer eine Firma von Rolladenvetretern.:-) Weiss auch nicht was wir uns dabei gedacht haben) spaeter, hatten wir Glueck bei der Jobsuche. Wir fanden etwas bei einer Dekoraktionsfirma fuer Kaufhaeuser. Es ging um Weihnachtsdekos. Der erste Arbeitsag war am darauf folgenden Wochenende. Den Rest der Woche verbrachten wir mit Wohnungssuche und dem Erkunden der Stadt. Diese lief aber zu dem Zeitpunkt nicht ganz so erfolgreich. Wir hatten zwar einige Besichtigungstermine aber der Umstand, dass wir etwas fuer ein paar Monate(und keine 6 was normalerweise das Minimum ist) wollten machte die ganze Sache etwas schwieriger. Naja am Samstag Morgen gingen wir zum Swan River um uns von dort aus das Red Bull Airrace anzusehen, das dieses Jahr in Perth stattfand. Die ganze Show war ziemlich beeindruckend, vorallem der Duesenjet der mit ohrenbetaeubendem Laerm ueber die Koefe der Zuschauer fegte. Vll hatts der ein oder andere von euch ja ueber Tv verfolgt. Fast haetten wir fuer das Wochenende auch dort einen Job bekommen. Leider ist daraus dann nichts geworden da wir Nachmittags dann fuer die Dekorationsfirma anfingen. Wir trafen das Team direkt in einem der Kaefhaeuser, nach Ladenschluss natuerlich. Sind total nette und lustige Leute mit denen wir da zusammen arbeiten. Die Arbeit selbst ist mal ne ganz neue Erfahrung wenn man mal von dem bisschen Weihnachtsschmuck zu Hause und in der Gaertnerei absieht mit dem ich bisher in Kontakt kam. Die Firma macht eigentlich allerlei Dekorationsarten fuer Kaufhauser aber so kurz vor Weihnachten dreht sich nunmal alles um dieses Thema. Deshalb stehen wir seit einigen Wochen an Werktagen in der sogenannten Fabrik (ein kleines Lagerhaus mit allerlei Dekorationskram) basteln, bauen und streichen unter anderem Haeuser, Stuehle und einen Zug fuer Santa Claus. Ausserdem schmuecken wir Weihnachtsbaeume in allen groessen(natuerlich aus Plastik), Giarlanden und verpacken Geschenkkartons. An den Wochenenden gehts dann rein in die menschenlehren Kaufhaeuser, wo wir dann alles aufbauen und herichten. Ist schon ein komisches Gefuehl wenns draussen um die 30 Grad ist und du in ner Shoppingmall unter der Decke haengst und Weihnachtschmuck anbringst J . Genau dort befand ich mich auch gerade als mich vor einigen Wochen ein paar Jungs aus Kaiserslautern anriefen die dort ihre neue Bude gebuehrend einweihten. Hab nicht wirklich viel verstanden daher nehm ich mal an, dass ihr euch koestlich amuesiert habt. Allerdings konnte ich einige Stimmen identifizieren.
Naja zurueck zu unserem ersten Arbeitstag. Wir hatten morgends unser Zelt auf dem Campingplatz abgebaut und hatten eigentlich vor, irgendwo im Auto zu pennen da wir eh am naechsten Morgen wieder frueh zur Arbeit mussten. Es kam aber ganz anderst. Wally, der Neffe unseres Chefs(die Firma ist quasi ein Famielienbuissness) boht uns an, fuer eine Nacht bei ihm zu uebernachten. Dieses Angebot liessen wir uns natuerlich nicht nehmen und die eine Nacht weihtete sich dann im Endeffekt zu gut einer Woche aus. Wally ist ungefaehr in unserem Alter und arbeitet, wenn nicht gerade fuer seinen Onkel Kym, auf einem Schiff und begleitet Tauchtouren. Ein netter Typ, der uns hier in Perth echt eine grosse Hilfe war. In der Woche, in der wir uns bei ihm einisteten fuehlten wir uns fast wie zu Hause. Er wohnt mit seinem Bruder zusammen in einem grossen Haus in einem weiteren Vorort. Wir bekamen ein Plaetzchen in der Partyscheune zugewiesen, was uns ein paar Schlaflose Naechte bescherte. Jeden Abend waren Wally’s Freunde da, tranken Bier, spielten Dart und schauten Filme. War ne coole Woche in der wir ne menge Leute kennenlernten (und so einige Flaschen leerten
). Nach ein par Tagen hatten wir dann auch Glueck bei der Haussuche. Damit meine ich richtig viel Glueck, denn nachdem wir einige besichtigt hatten, fanden wir was ziemlich billiges mit 4 Zimmern/Kueche/Bad. Da es fuer einen kuerzeren Zeitraum zur verfuegung stand schien es wie fuer uns gemacht zu sein. Wir waren dann auch tatsaechlich die Gluecklichen die die Zusage bekamen. Der Umstand, dass die Besitzer, die nebenan wohnen, es in ein paar Monaten abreissen und etwas neues hinbauen wollen, ist der Grund dafuer, dass es fuer einen kurzen Term zu haben ist. Dies macht es auch so wahnsinnig billig. Es befindet sich in Morley, einem Vorort von Perth(mit der groessten Shopping Mall West Australiens) und ist nur ein paar Km von der eigentlichen City entfernt. Auch der Strand ist in einer viertel Stunde zu ereichen. Nun zum Haus selbst. Hm, was soll ich sagen ein Backpackertraum ist es. Die Vorbesitzer liessen extra fuer uns ein par Teile ihrer Einrichtung dort. So haben wir unter anderem nen riesigen Kuehlschrank, nen Tisch ein paar Stuehle, ganz wichtig ne Waschmaschine, ein paar Schraenke und ne Couch dort vorgefunden. Auch ein Schreibtisch mit nem alten Pc stand schon in meinem Zimmer. Mitlerweile hat es sich alles etwas gefuellt. So einige Leute die wir hier kennen gelernt haben, haben uns was gesponsert. So haben wir mitlerweile 2 Fernseher, ein Radio, 3 Queensize-Matrazen, ne weitere Couch ein haufen Teller und Besteckkram, ne Kaffemaschine und nen Toaster dazu bekommen. Nicht schlecht wenn man betrachtet, dass wir nur fuer den Toaster ein paar Dollar(natuerlich Second Hand) bezahlt haben. Den Rest haben wir uns irgendwie selbst zusammengezimmert. Die Groesse des Hauses hat unsere Erwartungen uebertoffen. Wenn man durch die Eingangstuer kommt, findet man zur Rechten das groesste der Zimmer, welches sich Jereon und Maria teilen. Zur Linken liegt mein Zimmer. Biegt man links um die Ecke und folgt einem kleinen Gang bis zum Ende, gelangt man ins Badezimmer(mit Badewanne und Heizlampe :-). Gegenueber meinem Zimmer liegt eine recht grosse Durchgangskueche. Zusaetzlich zu einem normalen Gasofen, haben wir noch einen zweiten Herd den wir aber nie benutzen. Der riesige, alte Kuehlschrank ist ideal geeignet um eine Menge Bier aufzunehmen (Damit ist er auch normalerweise groesstenteils gefuellt ;-D ). Das Gefrierfach macht sich in einem Backpackerhaushalt besonderts gut und erlaubt uns Zutaten im Vorraus zu kaufen, wenn gerade was im Angebot ist. Laesst man die Kueche hinter sich gelangt man in unser Wohn+Esszimmer mit einer weiten Fensterfront, welche einen Blick in den Garten bietet. Pauls Zimmer liegt nun zu Rechten. Haelt man sich aber links und biegt am anderen Ende des Zimmers wieder links ab, kommt man in eine kleine Waschkueche welche den Durchgang zur Toilette bildet. Ist schon purer Luxus seine Kleider waschen zu koennen ohne alle 15min Geld einzuwerfen
Dies war so im Grossen und Ganzen unser Haus. Es ist eigentlich schon recht wohnlich kann man sagen. Wir haben uns aus der Firma einige bunte Leinentuecher besorgt, welche wir an Waende und ueber Tueren gehaengt haben um ein bisschen Farbe ins Spiel zu bringen. Jeder hat sich sein Zimmer so gut es geht eingerichtet um sich ein wenig heimisch zu fuehlen. Da Zuhause kein Ort ist, sonden ein Gefuehl ist das nicht all zu schwer. Nun aber zum Garten. Dieser ist um es kurz machen riesig. Fast schon zu gross. J Ne quatsch, ein Garten kann nie gross genug sein. Wir wissen den Platz recht gut zu nutzen. So haben wir uns erstmal von Joe, einem unserer ueberaus netten Nachbarn, nen Rasenmaeher geliehen und die ganze Flaeche nutzbar gemacht. Anschliessend 2 Haengematten aufgehangen und ein Volleyballnetz gebastelt. Hm… immer noch ne Menge Platz uebrig. Auch ein paar Campingstuehle, Tische, ne Feuerstelle und ein grosser Gasgrill, welchen uns auch die Vorbesitzer ueberlassen haben, fuellen das Grundstueck nicht ganz aus. Naja, zur Not machen wir halt nen Campinplatz fuer Backpacker draus. Der erste Gast hat sowieso schon sein Zelt hier aufgeschlagen. Ronan, der Schotte den wir in Renmark kennen gelernt haben ist vor ein paar Tagen hier in Perth angekommen und wird wohl einige Wochen bei uns im Garten wohnen bleiben. Des weiteren ist im Moment ein Freund von Maria fuer ne Woche zu Besuch. Aber auch sonst ist das Haus immer recht lebhaft. Wir haben jetzt des oefteren schon Nachbarn und Arbeitskollegen fuer Grillparties da gehabt, welche jedesmal spaetabends am Lagerfeuer endeten. Das Gute ist, dass man sich jederzeit auf sein Zimmer zurueckziehen kann und seine Ruhe hat, wenn man es moechte. Zum Grundstueck gehoeren auch noch ne Scheune mit allerlei Geruempel und 2 Garagen, die es sich nicht wirklich zu erwaehnen lohnt. (Vielleicht misten wir die Scheune bei Gelgenheit mal aus und machen einen Partyraum draus).
Dort wohnen wir jetzt also fuer ein paar Monate zusammen und hoffen ne gute Zeit vor uns zu haben. Dies wird wohl nicht all zu schwer werden, da der Sommer und wie schon erwaehnt ne Menge Festivals vor der Tuere stehen.(Auch dort versuchen wir unter anderem Jobs zu ergattern.) Ausserdem ist Perth’s Nachtleben nicht von schlechten Eltern und man kann in der Gegend so einiges unternehmen. Zb. Surfen, Schnorcheln, Sandboarden, Skydiven, Tauchen und und und. Mal sehen was da alles auf uns zu kommt. Um meine Mobilitaet zu verbessern habe ich mir in nem Second-Hand Shop fuer umgerechnet 15 Euro ein Fahrrad gekauft. Macht mich unabhaengiger und lohnt sich vorallem an den Wochenenden, da ich keine teuren Taxis aus der City nehmen muss.
Was das Thema Arbeit angeht, so sind wir mit den ganzen Weihnachtsdekorationen schon fast fertig, was bedeutet dass wir bis es zum Abbau geht erstmal nichts mehr zu tun haben. Ist aber nicht schlimm, da wir schon den naechsten Job in einer Brotfabrik im Nachbarort in Aussicht haben (Den Einstellungstest haben wir schon gemeistert
).
Nun denn, is ja mal wieder ne laengere Sache geworden. Hoffe euch wird nicht zu langweilig beim Lesen. Werde wohl in der naechsten Zeit des oefteren mal wieder was schreiben, da wir uns nun auch ne InternetConnection Zugelegt haben. Ausserdem will ich nun endlich mal ein paar Bilder der letzten Monate hochladen.
An alle, die mir in der letzen Wochen Emails und Messages geschrieben haben: sorry, dass ich bis jetzt noch nicht geantwortet habe werde es die Tage mal nachholen, kam bisher nur nicht dazu.
Bis die Tage.
SCHAMASS.de und TUNED Whynachtsparty am 19.12.!!!
09.12.2008, 10:57Tach zusammen,
bei der im Flyer angekündigten Veranstaltung werden wir mit dem FC SCHAMASS uns um den Getränkeverkauf bemühen… also bitte zahlreich erscheinen!!! Das wird ne tolle Sache!
Bene: Bomben auf Indien
05.12.2008, 12:41So oder so ähnlich titelte heute die Presse hier im Land. Gestern Abend sind in Bombay ein paar Anschläge verübt worden. Eigentlich nix Neues. Leider. Die Inder sind eigentllich das friedlichste Volk das ich kenne, ohne Gewalt- und Agressions- Potenzial. Schade, dass sich immer wieder junge (meist islamische) Leute vor irgendeinen Karren spannen lassen. Uns geht es aber allen gut.
Letztes Wochenende waren Chris, meine 2 Mitbewohner und ich in Kerala. Seit Nepal mein erster Trip. Es wurde auch wieder Zeit die Stadt zu verlassen. Ich lief wirklich die letzten Wochen auf dem Zahnfleisch. Den Stress mit meinen neuen Mitbewohner und der damit verbundene 100% Verlust der Privatsphäre, Uni- Angelegenheiten, Itschi Projekte (meine/unsere Firma in Deutschland) und nicht zuletzt die desaströsen Arbeitsbedingungen bei MobileOne. Ich hab mich wirklich inzwischen an viel hier gewoehnt, aber die letzten Wochen haben den Bock echt abgeschossen. Ich musste 3 Wochen, täglich den “Kompetenzträgern” hinterherlaufen um ein Meeting mit allen Verantwortlichen zu Stande zu bekommen. Normalerweise ja nicht “so” tragisch, aber mein Projekt musste in der Zeit gestoppt werden, da weichenstellende Entscheidungen getroffen werden mussten ohne die ich nicht hätte weitermachen können. Das gleiche mit meinem PC. Wenn man 10 Minuten warten muss bis sich Word öffnet und die Kiste alle 5 Minuten wegen Überlastung abstürzt dann ist es Zeit für mehr Arbeitsspeicher. Das nervt, wenn es permanent so ist, richtig schnell. Als ich mich das erste mal beschwerte hieß es erledigen wir sofort. Also wieder 2 Tage gewartet und nachgehackt. So ging das dann 3 Wochen. Letzte Woche habe ich dann einen 3 seitigen Brandbrief an meinen Chef verfasst in dem ich meinem Ärger Luft machte. Darin ging es aber mehr um die Gesamtsituation. Ich ging eigentlich davon aus, dass er mich danach feuert oder befördert. Nichts von beidem geschah. Seine Worte waren: Sieh das ganze nicht so Negativ und konzentriere dich auf die positiven Energien. Meine Antwort war dann nur noch: “Cool Mann, Danke für das vorbildliche Mentoring,…” ^^
Vor unserem Goa Urlaub will ich jetzt nichts entscheiden aber wenn sich die Situation bis Januar nicht geändert hat, such ich mir für die letzten paar Monate noch ein Praktikum. Das sollte nicht so ein Problem sein. Wenn sich an diesen Plänen nichts mehr ändert, werde ich im April nächsten Jahres ins „Vaterland“ (wisst ihr eigentlich, dass wir die einzige Nation sind die das Heimatland „Vaterland“ nennen? Sonst heißt es überall auf der Welt „mother country“ also Mutterland) zurückkehren.
Jetzt aber noch kurz zu Kerala
Hier sah man wieder ein komplett anderes Indien. Ruhiger, sauberer, besseres Essen und christlicher (so viele Kirchen sieht man selbst in Deutschland nicht). Da haben die Hollaender ganze Arbeit geleistet. Wir kamen also Donnerstagabend um 19h in Cochin per Flieger an. Danach musste wir dann noch eine Stunde in das Gebiet fahren wo wir unser Zimmer ausgesucht hatten. Natürlich Lonley Planet empfohlen. In einem Taxi aus den 50iger Jahren ging es dann mit lauter indischer Heulmusik über viele Brücken und durch wenig bebaute Gegenden. Der erste Schock direkt noch Ankunft. Nur Weiße. Die ganzen “wir fliegen jetzt mal nach Indien weil wir ja so alternativ sind”- Touristen in einer Straße. Ihr glaubt es wahrscheinlich nicht, aber es ist schon unangenehm auf einmal so viele um sich zu haben. In Hyderabad sind neben uns event. noch 20 Weiße in dieser 13 Millionenstadt. Aber gut, noch 10 min. hat man sich wieder daran gewohnt. Das Hostel in dem wir unterkamen war wirklich geil. Zimmer im Kolonialstyle, ein grüner Garten und einen Hotelbesitzer der noch aus den 60igern stammt. Sein Buero gleicht einer Bücherei und am Abend haben wir uns mit ihm zusammen Joan Baez, Bob Dylan, Edith Piaf usw. gehört und über alle möglichen Dinge sinniert.
Irgendwann in der Nacht sind wir dann ins Bett um dann nach viel zu wenig schlaf zeitig aufzustehen. Nach einem sehr guten Frühstück mieten wir uns 3 Roller und machten uns auf in den 100km entfernten Vogelpark, der im Hochgebirge liegen sollte.
Die Fahrt war das Beste was wir machen konnten. Nicht nur dass es richtig Fun machte mit den Scootern (so nennt man die hier) im indischen Verkehr zu fahren; wir sahen auch super schöne Landschaften, Teeplantagen, Wälder, Flüsse, Wasserfalle, Affen und hatten insgesamt einen aufregenden Tag. Kleines High-light war noch unsere Einladung zum Essen, bei einer indischen Familie. Als wir den Vogelpark gegen 2h Mittags, nach 5 Stunden Fahrt, erreichten waren wir super hungrig. Leider war weit und breit kein McDonalds
zu sehen. Also hab ich einfach mal die Einheimischen angesprochen wo wir hier was Essen könnten. Eine Frau aus dem Vogelpark hat uns dann zu sich Nachhause eingeladen und uns innerhalb kürzester Zeit das Beste Essen zubereitet. Sie vermietet auch Zimmer für 10 Euro die Nacht. Wenn jemand einen Platz in bester Natur zum Ausspannen sucht, kann ich die Nummer gerne weitergeben. Nach dem fürstlichen Essen haben wir dann noch ein bisschen geruht und uns mit den anderen Familienmitglieder unterhalten. Irgendwann sagte Chris: “Wenn wir hier ein Bier bekommen, fresse ich einen Besen”. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er sich in dieser Hinsicht irrte. 2 Minuten später hatten wir eiskalte King-Fischer Biere in der Hand. Na dann- Mahlzeit!
Am nächsten Tag buchten wir eine Blackwater Bootstour. Die muss man angeblich gemacht haben wenn man in Kerala ist. Nachdem der vollbesetzte 9 Sitzer Bus eine geschlagene halbe Stunde vor unserem Hotel auf uns gewartet hat sind wir dann zu der Boots Anlegestelle. Der Morgen auf dem Boot war eher “sehr gediegen” und es hat auch leicht geregnet. Um die Mittagszeit gab’s dann wieder ein gutes südindisches Mittagessen, dass wir auf einer kleinen Insel zu uns nahmen. Chris brachte wieder seinen Besenspruch und simm salla bim, der Fuhrmann hat aus dem Bootsrumpf ein paar Bierchen gezaubert. Wir waren so 15 Leute auf dem Boot. 7 unter 35zig, der Rest über 45zug. Nachdem das Bier dann mal da war, wurden die anderen von der Jüngeren Crew immer gesprächiger und die Alten immer unscheinbarer.
Am Abend trafen wir uns dann zum Abendessen und sind danach in eine Bar. Nach indischem Brauch bekamen die Weißen mal wieder einen Privatraum und das haben wir dann auch mal richtig ausgenutzt. Als der Laden um 1h schloss, war keinem nach „ins Bett gehen“. Wir sind also noch zum Strand und haben da noch eine zeitlang gesessen. Irgendwann sind die Engländer dann ab und wir sind mit den Deutschen Mädels noch in unser Hotel. Dort wurde dann die Anlage ausgepackt, Bier geordert und ordentlich das zimmer verqualmt…..
Am nächsten morgen haben uns die andren Gäste ein bisschen schief angeschaut. So laut waren wir glaube ich gar nicht. Aber egal. Noch Rühreiern mit Speck, Obstsalat und frischgebrühtem Kaffee ging es dann wieder gut gelaunt Richtung Flughafen. Diese Woche bin ich wieder viel besser drauf und freue mich schon auf den 11. Dezember. Dann fliege ich mit meinen Mitbewohner und einem Preußen (Ein Rettungssanitäter, der seit einer Woche bei Uli wohnt) nach Bombay. Dort treffe ich dann meinen Studienfreund Jan und am 16.12 geht’s mit allen Mann im Zug Richtung Goa, wo wir bis nach Neu Jahr bleiben. Für einen kurzen Zwischenstopp freue ich mich auch meinen Freund Stephan willkommen zu heißen. Wir werden die Zeit nutzten um weitere Visionen für unsere gemeinsame Firma (Itschi) zu entwickeln. Bestimmt!
Euch allen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit und schließe mit Grüßen aus den durchgehend 27 grad warmen Hyderabad.
Benedikt
